Verfasst von: Horst Dammler | 11. Mai 2009

Erfolgreiche Schwarzwildstrecke 2008/09

Auf dem Jägertag in Hessen am 09.05.09 dankte die bescheidene Umweltministerin Silke Lautenschläger den Jägern  für den Erfolg bei der höchsten Schwarzwildstrecke aller Zeiten in Hessen.

Jedoch gebührt der Dank dafür der Umweltministerin. Denn sie hat angeordnet, dass in Hessen die Menge des Kirrmaterials unkontrollierbar in der Erde vergraben werden muss. Sogar an Ablenkfütterungen können beliebig große Mengen Mais ausgebracht werden. Da wird von jedem weiblichen Frischling eine Frischlingsbache.

Der Erfolg von 78 000 erlegten Wildschweinen im Jagdjahr 08/09  ist noch vergrößerbar, wenn die Vorgaben aus dem Ministerium richtig von den Jägern angewendet werden.

Erfolgreich ohne zu kirren. Die erfolgreiche Strategie (Titel eines Aufsatzes über das hessische Revier Bad Camberg-Würges in DJZ März 09) kommt ohne jegliche Kirrung bei der Schwarzwildbejagung aus. Damit ist eine Forderung vom NABU, der die Jagd einschränken will, erfüllt.

Erfolgreiche Nacht-Ruhezeiten für das Rotwild. Weil die Jäger nicht des Nachts an den Kirrungen sitzen, kann das Rotwild ungestört die Äsungsflächen in dieser Zeit aufsuche. Forderung der Waldbesitzer erfüllt.

Erfolgreiche Intervalljagd. Nur noch einmal im Jahr wird jede Revierfläche nach Schwarzwild durch Drückjagd bejagd. Das kommt den Forderungen  des ÖJV sehr nahe.

Erfolgreiche Frischlingsstrecke. Seit 10 Jahren wird von den Jägern ein Anteil von 70 % von Frischlingen an der Gesamtstrecke gefordert. Bei der erfolgreichen Strategie wurden 144 Frischlinge ( von 224 Sauen) erlegt. Mit 69,54 % wurde das Ziel nur knapp verfehlt. Aber das ist ein ausgezeichnetes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass der Anteil im Durschnitt in Deutschland in den letzten 10 Jahren immer unter 50 % lag. Nun können die Landesregierungen mit neuem Mut bei den Jägern Bitten und Betteln, dass sie 70 % Frischlingsanteil erzielen. In spätestens 10 Jahren wird die Statistik nachweisen, um wieviel Prozent die Schwarzwildreduktion stattgefunden hat. Aus logisch nachvollziehbaren Gründen dürfen in den nächsten 10 Jahren die Kirrverordnungen nicht geändert werden. Erst danach wird geprüft, ob der Bachentisch oder der Pendelkirer eingesetzt werdenb darf.

Erfolgreich mit kurzen Jagdzeiten. Dr. Klöten hat  in jahrelanger Arbeit ermittelt, dass 96 Mann-Stunden notwendig sind, um auf Drückjagden eine Sau zu erlegen. Andere Experten kamen bei gut organisierten Drückjagden auf 20 Mann-Stunden. Wenn aber, wie in Bad Camberg ausreichend viele Sauen im Treiben sind, so werden nur drei Mann-Stunden benötigt, um ein Stück Wild zu erlegen. 75 Jäger schossen bei zwei Drücken 177 Tiere, davon 148 Sauen. Das ist ein vor Jahren nicht vorstellbarer Rekord und rechtfertigt die große Werbung für revierübergreifenden Drückjagden, wenn beängstigend viele Sauen herangezüchtet sind. Drückjagden zur Freude aller sonst am Schreibtisch sitzenden, die während ihrer Arbeitszeit jagen dürfen.

Erfolgreich die Ressourcen des Waldes nutzen. Bisher wurde immer gefordert, dass der Frühjahrsbestand bei den Wildschweinen nur zwei Stück je 100 ha betragen solle. Jetzt ist der Beweis geführt, dass bei erfolgreicher Strategie der Bestand viel höher sein kann. Wenn ein Revierteil nur einmal im Jahr durch Drückjagd bejagt wird, dann werden nach Expertenmeinung höchstens 50 % des Wildbestandes erlegt. Der Sommerbestand muss in Bad Camberg ca. 30 Sauen/100 ha betragen haben, denn es wurden auf 1500 ha 224 Sauen geschossen, das sind 15 Stück auf 100 ha. Erfreulicher Weise bleiben auch 50 % für den Frühjahrsbestand. Wenn die Ablenkfütterungen weiterhin erfolgreich betrieben werden, wird die nächste Schwarzwildstrecke den bisherigen Rekord von 320 Sauen im Jahr im dortigen Revier übertreffen. Zum Austoben für Schießer im Schweinepuff.

Besonders erfolgreich werden alte Keiler erlegt. Weil nur die Revierfläche einmal im Jahr bejagt wird, können sich alte Keiler von 6-8 Jahren durchmogeln. Wichtig für den Schießer ist, dass er alle anderen Sauen schont und auch den Frischling laufen läßt. Mancher hätte auch gern den Frischling auf der Strecke. Aber es könnte ein weiblicher gewesen sein und der bringt dann vielleicht im nächsten Jahr fünffaches Jagdvergnügen.

Es ist zu hoffen, dass die anderen Revierinhaber das Beispiel „Erfolgreiche Strategie“ anwenden, unkontrollierbar viel Mais an der Kirrung eingraben und an reich gefüllten Ablenkfütterungen ebenfalls 15 Sauen pro 100ha erlegen, um so den Wald optimal zu nutzen. Dann wird man endlich der Umweltministerin,den beratenden Regierungsbeamten und Jagdwissenschaftlern Lob und Dank spenden.


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